Pflicht zum Erstellen des Energieausweis (Energiepass)

Wer eine Energieberater Ausbildung erfolgreich absolviert hat, ist dazu berechtigt Energieausweise für Gebäude zu erstellen. Der Energieausweis, früher auch Energiepass genannt, wird in Deutschland in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Er ist ein Dokument, das ein Gebäude energetisch bewertet. Die EnEV setzt die EU-Richtlinie 2002/91/EG über die Gesamt-Energieeffizienz von Gebäuden in nationales Recht um.

Jeder, der ein Gebäude oder eine Wohnung vermieten oder verkaufen möchte, benötigt einen Energieausweis. In öffentlichen Gebäuden sowie Gebäuden mit einer Nutzfläche von mindestens 1000m² muss der Energieausweis sogar deutlich erkennbar ausgehängt werden. Für ein Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, ist kein Energiepass erforderlich.

Die vor einigen Jahren von der Deutschen Energie Agentur ausgegebenen Dokumente trugen ursprünglich die Bezeichnung „Energiepass“. Heute wird das öffentlich-rechtliche Dokument entsprechend des EnEV 2009 als Energieausweis bezeichnet.

Auf Grundlage von energetischen Messungen wird im Ausweis dokumentiert, ob eine Gebäude Energie durch schlechte Isolierung oder undichte Fenster verschwendet.
Seit Inkrafttreten der Verordnung ist bei Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Gebäuden ein Energieasuweis auszustellen. Bei Verkauf und Neuvermietung ohne vollständigen, korrekten oder zulässigen Energieausweis drohen Bußgelder bis zu € 14.000.

Das Dokument enthält alle wichtigen Daten zum Energiebedarf eines Gebäudes und wird grundsätzlich für das Gesamtgebäude ausgestellt. Es bezieht sich dabei nicht nur auf Fakten wie die Heizungsanlage oder die Warmwasser-Aufbereitung, sondern auch auf die Dämmung des Gebäudes und z.B. die Ausstattung der Fenster (Doppelverglasung oder Einzelverglasung).

Die EnEV hat zwei Varianten des Energieausweises festgelegt.

  • Bedarfsorientierten Ausweis ( für Gebäude mit weniger als fünf Wohnungen, dessen Baugenehmigung vor dem 01.11.1977 erteilt wurden)
  • Verbrauchsorientierten Ausweis.

In einem Energieausweis stehen Grundinformationen wie der Gebäudetyp, das Baujahr sowie die Anzahl der darin enthaltenen Wohneinheiten. Darüber hinaus wird ein Bild sowie eine detaillierte Beschreibung der Energieeffizienz des Gebäudes, etwa in Bezug auf die Fenster, die Wärmedämmung der Fassade, der Zustand der Rohrleitung und der eingesetzten Anlagentechnik erstellt. Weiterhin wird der Einsatz erneuerbarer Energie wie z.B. Solartechnik oder Erdwärme erfasst.

Bei der Erstellung des Energieausweises werden die Emissionswerte gemessen. Bei Neubauten werden die Werte der neuen Anlagentechnik übernommen. Auf dieser Basis werden dann die zu erwartenden Energiekosten ermittelt und im Energieausweis ausgewiesen.

Darauf basierend werden entsprechende Modernisierungs-, Sanierungs- und energiesparende Verbesserungspotentiale angegeben, die den Energiebedarf des Hauses und somit die Betriebskosten nachhaltig senken können.

Die Gebäude werden ähnlich wie bei Elektrogeräte in Energieeffizienzklassen eingeteilt: Von A (sehr energieeffizient) bis I (wenig energieeffizient). Die Einteilung wird dabei im Energieausweis mittels einem Bandtacho aufgezeigt. Dadurch lassen sich Gebäude in Bezug auf ihre Energieeffizienz vergleichen.

Energieausweis

Informationen zu den Kosten finden Sie hier

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